Der neue Organist

Der neue Organist

von Konrektor Kehrein

In Niederbieber, war der alte Lehrer gestorben, der auch gleichzeitig Küster und Organist war. Er hatte seinen lieben Kirchgängern, die fast alle seine Schüler waren, in seiner ruhigen Art Sonntag für Sonntag die Orgel gespielt. Nur an hohen Festtagen schlug er auf seinem Instrument etwas stärkere Töne an.

Nach seinem Tode trat ein junger Kollege an seine Stelle. Jetzt gab es beim Kirchengesang ein schnelleres Tempo und wesentlich kräftigere Spielart.

Die Kirchenältesten erhoben daraufhin bei ihrem Pfarrer Beschwerde.

„Mir han doch en näije Lehrer, un met dem kann dat su net mih wäitergiehn. Ich han mich am vergangene Sonndach extra moa an die Orjel isetzt un igugt. Ihr klooft et jo gar net, Herr Pastur, wi dat do zogät, met de Hänn un de Feß. Dat gieht hinn un her, roff un ronner, dat ähnem die Oche iwwergien. Die Pinne (Register) zeecht der all off eimol raus. Ich mähnen, wenn ma doch emol äne zehje dät, dat wär doch och inocht, un wenn die Pinn emol kabott is, dann kann er jo die annere zehje. Su kann dat net mi wäitergien, dat müsse ma ännere. Der näije Lehrer schläht oas noch die ganz Orjel kotz und klän.“

Doch so weit kam es nicht, denn der nur vertretungsweise angestellte Lehrer erhielt bald in einer anderen Gemeinde eine feste Anstellung. Nun waren die Kirchenväter gar bald über das Schicksal ihrer geliebten Orgel beruhigt.

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